
19. November 2008
... Zu keiner anderen Jahreszeit wird das Heim so ausgiebig dekoriert wie in Herbst und Winter – aber viele Hannoveraner sind sogar 365 Tage pro Jahr im Deko- und Bastel-Fieber. Und das können sie dank Deko-Boom in den Fachgeschäften in der City auch ordentlich ausleben. NP-Mitarbeiterin Kristina Milicevic ist in die Tiefen des Deko-Dschungels vorgedrungen und verrät die Trends der Saison.
Wenn es draußen grau und nasskalt wird, kann es drinnen gar nicht gemütlich und farbenfroh genug sein. In Hannovers Wohnzimmern herrscht das Kontrastprogramm zum traurigen Blick in den Himmel – und in Hannovers Deko- und Bastelfachgeschäften Andrang und Gedrängel. Schon Wochen vor dem großen Fest packt viele das Gestaltungs-Fieber. “Gerade in den vergangenen zwei Jahren gab es einen regelrechten Deko- und Bastel-Boom, plötzlich eröffnete in der Innenstadt ein Fachgeschäft nach dem anderen“, so Miriam Reichert (28) vom Deko-Shop “Idee“ in der Limburgstraße.
Die Trends in diesem Winter? “Die Kunden stürzen sich auf alles, was glänzt und was man individuell gestalten kann“, sagt Fachfrau Reichert und deutet auf einen goldenen Elefanten aus Pappmaschee. “Für 139 Euro ist das schon eines unserer kostspieligsten Stücke – außerdem kann man den Elefanten mit feinem Papier, dem so genannten Deko-Patch, selbst bekleben.“ Denn das kreative Moment spiele eine große Rolle. Reichert: “Hauptsache: Dekoration in Eigenregie.“
Kerstin Blüme (30) sucht gerade nach Wachsfarben. “Ich möchte meinem Neffen zur Kommunion eine Kerze gestalten.“ Das ist nicht alles, was sie auf dem Einkaufszettel hat: “Zuhause bastel ich auch meine Weihnachtskränze oder Bilderrahmen selbst.“
Was kauft die kreative Kundschaft sonst noch gern? “Die guten alten Bascetta-Sterne“, sagt “Idee“-Fachverkäuferin Reichert und holt einen der Papiersterne aus dem Schaufenster. “Der Trend kommt aus Ostdeutschland und nun auch langsam bei uns im Norden an.“ Einfach ist die Falterei allerdings nicht: Man steckt die vorgeschnittenen Papierstücke ineinander und formt den Stern – “ohne eines der Fachbücher mit Anleitung ist das fast unmöglich.“
An einem Tisch hinter dem goldenen Elefanten sitzt eine junge Frau und ritzt konzentriert auf buntem Papier herum. Inga Meier (24) demonstriert den Kunden einen internationalen Deko-Trend: “Scrap-Booking“. “Man ritzt mit einem Teppichmesser die Blumen oder Ornamente aus dem Papier heraus und kann damit fast alles verzieren – vom Fotoalbum, über die Tischdecke bis zur Tapete“, erklärt sie. “So kommt Farbe ins Heim!“ Ein paar Damen stürmen sofort zu den entsprechenden Regalen.
Hauptsache Farbe
Überhaupt: das Thema Farbe – da scheiden sich die Experten-Geister. Bei “Idee“ ist es Lila, bei “Depot“ in der Ernst-August-Galerie wird es traditioneller. “Die Lieblingsfarbe unserer Kunden: edles Silber – am besten pur“, verrät Filialleiterin Monika Staron (29). “Zu Weihnachten wirds wieder traditioneller – mit gold, rot, braun.“ Das scheint sich Tanja Köhler (37) zu Herzen genommen zu haben. Einen braunen Teller und eine braune Kerze hat sie schon, aber die Suche geht weiter. “Braun ist so gemütlich und beruhigend. Silber ist zwar schön, aber zu kalt“, findet sie. Ursula Suttner (47) sucht bei “Nanu Nana“ nach Weihnachtsdekoration in den typischen Farben Rot und Grün – “und auch gerne etwas Goldenes, schließlich gehört das zu Weihnachten einfach dazu.“
Geschmackssache: Für Monika Staron von “Depot“ muss es gerade Weihnachten 2008 nicht allzu traditionell zugehen. “Die Farben sind dieses Jahr etwas schlichter, und der Adventskranz nimmt neue Formen an.“ Deshalb suchen Kunden fast vergeblich nach den klassischen Kränzen. Dafür gibts schicke Alternativen. “Ein echter Verkaufsschlager sind die länglichen Gestelle für Kerzen, die sich längs auf dem Tisch platzieren lassen und je nach Geschmack dekoriert werden können.“
“Das kriege ich niemals hin“, seufzt Jana Neue (23) und bewundert ein von der Decke hängendes, prächtiges Blumen-Gesteck mit silbernen Glaskugeln. Ihr Problem: Alle Teile sind nur einzeln bei “Depot“ erhältlich. Kleiner Trost: “Bei solch komplizierten Konstruktionen helfen uns ausgebildete Dekorateurinnen“, versichert Staron. So professionell wird es dann wohl nicht in jedem Wohnzimmer aussehen. Aber Hauptsache: farbenfroh und gemütlich.